Finanzmärkte

Der Euro stürzt immer weiter ab

Heute gab es an der Börse Turbulenzen, denn die Schweizerische Notenbank hat die Bindung an den Euro gelöst, wodurch der Euro gegenüber dem Schweizer Franken massiv an Wert verlor.

EurokursDas Währungspaar Euro zu Schweizer Franken ist in einem nie dagewesenen Währungscrash um ganze 30% innerhalb weniger Stunden abgesack. Dabei hat der Schweizer Franken gegenüber dem Euro stark aufgewertet. Die Talfahr des Euro gegenüber des Dollar hat sich dabei auch beschleunigt. Die Kurse an der Börse in Zürich sanken auch um 12 bis 15% ab, was einem starken Börsencrasch entspricht. Die Börsen in Deutschland und Europa stürzten nur kurzfristig ab, konnten sich im Verlauf aber wieder erholen und befinden sich im Plus.

Die Schweizerische Notenbank gibt die Koppelung an den Euro auf

Was war passiert? Die Schweizerische Notenbank versucht schon seit Jahren, den Franken nicht zu sehr aufwerten zu lassen, damit die Schweizerische Exportwirtschaft geschützt wird. Doch das ging nur durch gezielte Deviseninterventionen. Dadurch wurden große Euro Bestände augekauft und die Bilanz der Notenbank auf bis zu 85% des Bruttosozialproduktes der Schweiz aufgebläht! Ein Wahnsinn!

Gestern gab es ein Urteil des EuGH, daß den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB als rechtens erklärt hatte. Ich glaube, daß die Schweizer Notenbank erkannt hat, daß die EZB jetzt in ihrem Wahn nicht mehr aufzuhalten sein wird. Mario Draghi wird bei der nächsten Notenbankssitzung beschließen, daß das Staatsanleihen-Aufkaufprogram in großen Stil fortgesetz werden wird. Die Schweizer Notenbank wird erkannt haben, daß ein Wechselkurs von 1,2 Euro für den Franken nicht zu halten gewesen wäre. Zu groß hätte der Aufkauf von Euro Papieren sein müssen, um den Wechselkurs zu stabilisieren.

Was sind die Auswirkungen?

Mit dem Kursverfall des Euro gegenüber dem Schweizer Franken wird es für die Exportorientierten Unternehmen in der Schweiz schwer werden in den Euroraum zu exportieren. Ein Kursrutsch um 30% bedeutet, daß die Preise im Euro Raum um 30% steigen müssten, damit die Gewinne gleich blieben. Doch Preiserhöhungen sind in einem Deflationären Umfeld nicht durchzusetzen. Das wird die Gewinne der Schweizer Unternehmen einbrechen lassen. Und deshalb geben auch die Börsenkurse in der Schweiz so nach.

Für die deutschen Exporteure sind das alles gute Nachrichten, denn die Exporte in den Dollar Raum werden immer lohnenswerter oder konkurrenzfähiger. Und da auch die Energiepreise gesunken sind, gibt es auch keine Probleme mit einer importierten Inflation. Mal sehen, wie lange sich die anderen Nationen diesen Währungskrieg noch aufdrängen lassen!